Wildes Südfrankreich: Versteckte Kleinode im Languedoc

Pont-du-Gard, das vollständig erhaltene Römer-Aquädukt über den Fluß Gard

Obwohl Südfrankreich eine der touristisch attraktivsten Regionen Frankreichs bildet und daher auch zu den best erschlossenen Provinzen des Landes zählt, gibt es auch hier noch wilde Ecken, die abseits ausgetretener Pfade liegen und den Süden Frankreichs auf die etwas andere Art erlebbar machen. Eine davon ist das Languedoc. Als kleiner Nachbar von Provence und Côte d’Azur erstreckt sich das Languedoc westlich der Rhone und nordöstlich der Garonne direkt am Mittelmeer. Mit seinen Départements Ardèche, Gard, Hérault, Aude und Tarn verfügt das Languedoc über außergewöhnlich geschichtsträchtige Provinzen, in denen es sowohl naturräumlich als auch kulturell viel zu entdecken gibt.

Naturschauspiele à la Languedoc

Ein kilometerlanger, feiner Sandstrand, blauer Himmel und das Mittelmeer – diese Kulisse ist einfach perfekt für ein kleines Strandabenteuer! Das dachte sich auch die Abrivado Ranch und bietet am Naturstrand L`Espiguette bei Grau du Roi ein etwas anderes Freizeitvergnügen: hoch auf dem Pferderücken lässt es sich hier durch die Gischt galoppieren und pünktlich zum Sonnenuntergang lockt ein Picknick in den Dünen. Romantischer kann ein Urlaubstag im Languedoc für Pferdeliebhaber nicht enden! Mit viel Romantik wirbt aber auch die Pont de Diable für sich. Anders als ihr Name glauben machen möchte, präsentiert sich die mittelalterliche Bogenbrücke bei Saint-Jean-de-Fos in wildromantischer Umgebung, denn sie spannt sich in zwei weiten Steinbögen eindrucksvoll über die Schlucht des Flusses Hérault und bietet damit auch direkten Zugang zu einem malerischen Strandbecken am Ausgang der Schlucht. Bei bestem Blick auf Brücke, Klippen und das smaragdgrüne Wasser lässt es sich hier einen etwas anderen Badetag in Südfrankreich genießen. Mit warmen Badetemperaturen und glasklarem Wasser lockt aber auch der Lac du Salagou im Hérault. Umgeben von rostrotem Strand leuchtet der Stausee in fast unwirklichen Farben und lädt zum ausgedehnten Badetag inmitten unbewohnter Ufer ein. Dabei lohnt sich auch ein Spaziergang zu den „ruffes“, der von Wind und Wasser geschaffenen, roten Sedimentlandschaft direkt am See. Mit dichten Mischwäldern, malerisch an den Hang geschmiegten Dörfern und der atemberaubenden Schlucht der Tarn wartet hingegen der Nationalpark Cevennen auf. Ab Florac, wo die Tarn abrupt in die Tiefe stürzt, lässt sich der Fluss auch hervorragend mit dem Kajak erkunden. Zudem locken vielfältige Mountainbikewege zu individuellen Touren durch den Nationalpark.

Kulturkleinode im Languedoc

Inmitten der Hérault-Schlucht liegt das kleine Dörfchen Saint-Guilhem-le-Désert und beherbergt mit dem Kloster Gellone nicht nur eine 1.200 Jahre alte Abtei, sondern auch ein UNESCO Weltkulturerbe. Direkt am französischen Jakobsweg gelegen, ist das Kloster Gellone schon seit Jahrhunderten ein Ort der Einkehr. Das strahlt die weitläufige Anlage auch aus und bildet daher zusammen mit dem als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichneten Ort eine Oase der Ruhe inmitten einer dramatischen Bergkulisse. Auf eine lange Geschichte blicken auch die Thermalquellen von Balaruc-les-Bains zurück, denn sie werden schon seit der Antike für Kuren genutzt.

Blick auf das mittelalterliche Carcassonne

Besonders reich an Salz, Calcium und Magnesium füllen die Heilwässer von Balaruc heute die modernen Bassins der SPA-Landschaft O`balia  – einfach ein Erlebnis für die Sinne! Wasser satt bietet auch die auf einer winzigen Insel im Mittelmeer gelegene Kathedrale Maguleone. Über einen Damm mit dem Festland verbunden, ist sie ein wahrhaft mystischer Ort mit außergewöhnlicher Atmosphäre.

Die wundervolle Stadt Carcassonne mit der vollständig erhaltenen Stadtbefestigung ist auch immer ein Besuch wert. Die Musketiere lassen grüßen.


Gastautor: Daniela Fehrenbacher

Veröffentlicht in Languedoc, Reisetipp