Lavendel – Magie eines Duftes im Land des Lichts

Lavendel in der Provence, Frankreich

Lavendel (© Alexi TAUZIN – Fotolia.com)

Der Blick über ein blühendes Lavendelfeld ist sicher eine der schönsten Urlaubserinnerungen, die man aus Südfrankreich mit nach Hause nehmen kann. Das kräftige Lila der Blüten ist eine Wohltat für die Augen und der betörende Duft dieser für diese Region so typischen Pflanze erquickt den Geist und die Seele. Doch die Lavendelpflanze verspricht mehr als nur ein sinnliches Erlebnis.

Lavendel in der Historie

Lavendel dient den Menschen schon seit Jahrtausenden als Mittel für die Schönheit und die Gesundheit. Die alten Römer sollen es gewesen sein, die der Pflanze ihren Namen gaben. Sie benutzten den Lavendel als Zusatz in ihren römischen Bädern und wuschen sich mit seinen Essenzen. „Lavare“ ist das lateinische Wort für waschen. Doch nicht nur das, die französischen Parfümeure wissen ihn bereits seit dem 13. Jahrhundert als Parfümpflanze zu schätzen und waren schon damals erstaunt, welche Wirkungen er darüber hinaus noch hatte. Alle, die mit der Verarbeitung von Lavendelpflanzen beschäftigt waren, wurden seltener von der Pest oder Cholera dahingerafft. Offensichtlich war das auf die antiseptischen, antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften dieses Lippenblütlers zurückzuführen. Hildegard von Bingen nannte ihn gar „Muttergotteskraut“, da er unkeusche Gelüste beseitigen würde.

Wirkungen und Anwendungsgebiete des Lavendel

Wie dem auch sei, Lavendel ist eine äußerst vielfältig verwendbare Pflanze. Sein Öl ist hautpflegend und die ätherischen Bestandteile desselben haben eine beruhigende Wirkung auf die Psyche. Auch als Ingredienz bei den verschiedensten Kosmetika ist Lavendelöl nicht wegzudenken. Lavendeltee hilft bei Unruhezuständen, Schlafstörungen und Nervosität. Selbst Kopfweh und Herzbeschwerden können dadurch gelindert werden. Hautunreinheiten verschwinden nach Umschlägen mit Lavendeltee und gereizte Haut wird beruhigt. Der Lavendel als Heilpflanze wirkt immer ausgleichend und harmonisierend, was sich besonders auch bei einem Lavendelbad nach einem anstrengenden Tag bemerkbar macht. Ein solches Bad entspannt Haut sowie Muskulatur und vertreibt unangenehme Gedanken.
Doch der Lavendel kann noch mehr. Er ist ein bekannter Helfer im Haushalt. Sein angenehmer Duft prädestiniert ihn als Zusatz zu Wäschepflegemitteln und obendrein vertreibt er auch noch Motten und andere Insekten. Selbst als Zutat in der köstlichen Küche Südfrankreichs hat sich der Lavendel einen Namen gemacht.

Das Lavendelmuseum

Wer sich bei einem Aufenthalt in der Ardèche eingehender mit dieser schönen und heilkräftigen Pflanze beschäftigen möchte, dem sei ein Besuch im Lavendelmuseum in Saint-Remèze empfohlen. Das kleine, aber äußerst interessante Museum ist von April bis September geöffnet und vermittelt Wissenswertes über den Lavendel, dessen Geschichte, Verwendung und Verarbeitung. Historischen Aufnahmen und wissenschaftlich fundierte Erläuterungen erzählen die Geschichte dieser Pflanze, angefangen vom alten Ägypten bis hinein in die Moderne. Detailliert können sich die Besucher des Lavendelmuseums über die Destillation und Weiterverarbeitung der Essenzen in der dem Museum angeschlossenen Destillationsmanufaktur informieren. Selbst Ausführungen über die botanische Klassifikation des Lavendels kommen nicht zu kurz. Ein kleiner Garten enthält die verschiedenen Arten der Pflanze, die heute angebaut und kultiviert werden. Die museumseigene Boutique hält natürlich ein breit gefächertes Sortiment diverser Lavendelprodukte bereit, vom Duftsäckchen bis hin zum kostbaren französischen Parfüm. Wer könnte dieser Versuchung wohl widerstehen?
Saint-Remèze liegt in der Mitte der Strecke von Pont Vallon d’Arc nach Bourg St. Andéol, jeweils circa 15 km von beiden Orten entfernt. Größere Gruppen sollten sich vor einem Besuch des Lavendelmuseums möglichst anmelden. Weitergehende Informationen zum Lavendelmuseum gibt es unter der Adresse www.ardechelavandes.com.

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