Aven d’Orgnac: Spannender Gang in die Unterwelt der Ardèche

Grotte d'Aven d'Orgnac,  Ardèche

Grotte d’Aven d’Orgnac, Ardèche (© Crobard – Fotolia.com)

Nahe des Dorfes Orgnac-L’Aven geht es ab in die Unterwelt… Die Höhle Aven d‘ Orgnac (www.orgnac.com/visite-grotte-ardeche.php) nahe der Ardèche wartet auf ihre Besucher, Höhlentouristen und Speleologen. 1935 wurde die Höhle von einem Forscherteam entdeckt, das die Gegend um den Fluss Ardèche erkundete. Die Karsthöhle wurde 1938 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und im Laufe der Jahre kräftig auch durch neu entdeckte Höhlenteile erweitert. Hier wartet ein echtes Abenteuer auf diejenigen, die sich den europäischen Untergrund zu Eigen machen wollen.

Die Grotte Aven d’Orgnac (Ardèche, Südfrankreich)

Aven d'Orgnac, große Halle

Aven d’Orgnac, große Halle mit dem natürlichen Eingang rechts oben. Foto: commons.wikimedia.org/wiki/User:Benh

In der Karsthöhle geht es zu Fuß erst mal 121 Meter in die Tiefe. Die Natur hat in der Höhle wahre kristalline Meisterwerke geschaffen. Von der Decke aus gewachsene Stalagtiten und am Boden entstehende Stalagmiten schufen eine feenartige Kultur aus Kerzen, Stützen, Kristallorgeln, Vorhängen, kristallenen Tellern und palmartigen Gewächsen, die den Weg nach unten säumen. Auf dem rund 500 Meter langen Abstieg entdeckt der Besucher wunderschöne Aussichtsplattformen, auf denen er sicher in die Haupthöhle mit ihren 121 Metern Tiefe geleitet wird. Dort angekommen, erwartet den Höhlentouristen eine besondere Show: Eine Licht- und Tonschau (son et lumières) verdeutlicht die Wunder der Natur auf eine ganz besondere Art. Die Tour wird von einem engagierten Führer begleitet, der sie auch in Englisch, Holländisch und Deutsch anbietet. Nach der einstündigen Tour geht es per Lift wieder zurück an die Oberfläche. Eine Besonderheit für behinderte Personen: Mit dem Aufzug geht es abwärts in die Besucherhöhle.

Speleologie-Exkursionen in der Grotte Aven d’Orgnac

Für speleologisch interessierte Besucher halten die französischen Veranstalter drei Touren bereit, die nach einer entsprechenden Reservierung (!!) gebucht werden können. Es sind dies die Touren ‚La Randonnée‘ (die Wanderung), ‚L’Odyssee‘ (die Odyssee) und ‚Le Vertige‘ (der Taumel). Mit der notwendigen Ausrüstung versehen und von einem erfahrenen Tourenführer begleitet, erlebt der Besucher eine außergewöhnliche mineralogische Vielfalt. Verschiedene unterirdische Höhlenteile werden besucht und die touristisch erschlossenen Gebiete wie etwa die Haupthöhle vermieden. Mit den Speleo-Touren entdeckt der Besucher die Teile der Grotte, die dem normalen Höhlentouristen nicht zugänglich sind. So wurden etwa 300 Meter Speleo-Seile verspannt, an denen sich die Besucher entlang arbeiten können. Nur durch diese Verbindungen sind alle Teile der Höhle begehbar. Die Touren richten sich an Interessierte, die sportlich sind und schon eine gewisse – auch technische – Erfahrung mitbringen.

So ist etwa die Tour ‚La Randonnée‘ für Gruppen mit bis zu acht Personen ausgelegt. Der Rundgang dauert etwa drei Stunden. Als technische Ausrüstung erfordert die Tour eine speleo-geeignete Kopfbedeckung mit einer Beleuchtung, einen speleo-tauglichen Overall und Stiefel. Und natürlich sollte der Fotoapparat nicht vergessen werden. Das Mindestalter der Gruppenteilnehmer liegt hier bei zwölf Jahren. Bei individueller Buchung kostet diese Tour 39 Euro pro Person, bei Gruppenbuchung 37 Euro. Eine gute körperliche Kondition wird hier vorausgesetzt.

Sportler lieben die Odyssee

Ganze acht Stunden dauert die Tour ‚L’Odyssee‘ für sportlich aktive Menschen, denn manchmal ist auch Kriechen angesagt. Die Teilnehmer der Gruppe bekommen Einblicke in die nicht öffentlich zugänglichen Teile und entdecken etwa verborgene ‚Schatzkammern‘ und wunderschöne kristalline Formen und Skulpturen. Und bei einem Rundgang, der acht Stunden dauert, sollte auch Nahrung für die kleinen Pausen zwischendurch eingepackt sein. Empfohlen werden ebenso Handtücher für die Dusche nach der Tour. Der Rundgang kostet 64 Euro pro Person, bei Gruppenbuchung 59 Euro. Die Zahl der Teilnehmer ist auf acht begrenzt.

Haben die Speleologen Lust, einmal den Spuren des Höhlenentdeckers Robert de Joly zu folgen, lohnt der Rundgang ‚Le Vertige‘. Klettergurte und Laufleinen sind für diese Gruppe aus maximal sechs Teilnehmern neben der normalen Forscherausrüstung vorgeschrieben. Bei diesem Rundgang wird auch schon Mal gekrochen, geklettert und abgeseilt. Das taugt nur für sportliche Menschen über 14 Jahre. Die Tour kostet 43 Euro pro Person, bei Gruppenbuchungen 41 Euro. Der Rundgang dauert gut drei Stunden. Und haben die höhlenforschenden Teilnehmer nach den Rundgängen noch Lust, sich anzusehen, was in den Höhlen entdeckt wurde, lohnt der Besuch des prähistorischen Museums. Hier wird deutlich, wie unsere Vorfahren gelebt haben, welche Tiere sie jagten und wie sich die Gruppen zusammengesetzt haben… und für die sportlichen und nicht-sportlichen Besucher gibt es einen Saal, in dem per Film verdeutlicht wird, wie die Karsthöhle Aven d‘ Orgnac Grotte für Grotte entdeckt wurde.

Bildnachweis: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aven_Orgnac_salle_sup.jpeg

 

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